Bernd Philipp Publizist und Philodoof
„Lebenslagen“- History Im März 1981 veröffentlichte ich meine Kolumne „Lebenslagen“ zum ersten Mal. Sie erschien jeden Sonntag in der Berliner Morgenpost und seit April 2012 auf meiner Homepage. Meine Kolumne ist damit wohl die älteste von einem einzigen Autor geschriebene Kolumne Deutschlands. Noch immer geht es um den ganz normalen Wahnsinn des Alltags. Um Liebe, Frust, Politik und Medien.
1911. Lebenslage vom 20.08.2017 Wenn es die Parteien nicht gäbe, dürfte man sie nicht erfinden… Für die Bundestagswahl am 24. September werden noch freiwillige „Wahlhelfende“ gesucht. Wahlhelfende hießen früher schlicht Wahlhelfer. Nun aber ist die Gender- Gendarmerie durchs Land gezogen und hat den Schwachsinn zur nationalen Sache erklärt. Fast wehmütig denken wir ca. 30 Jahre zurück, als das irgendwie unappetitliche, erigierte „Binnen-I“ von alternativen Sprachbarbaren unters Volk gebracht wurde. Plötzlich waren sie da, die Studen-I-nnen, Verkäufer-I-nnen und Bundestagsabgeordnet-I-nnen. Sie alle verloren schnell auch den Bindestrich. Bundestagsdebatten dauerten nun  wesentlich länger, weil jeder Hirni dem Zeitgeist nachhechelte und dazu überging, die beiden Geschlechter getrennt voneinander zu begrüßen. Ich spottete damals in meiner Morgenpost-Kolumne: „Liebe ZuschauerInnen und Zuschauer vor den FernseherInnen und Fernsehern, liebe KinderInnen und Kinder…“ Die feministische Linguistik hat sich längst durchgesetzt, dem „Schirmherrn“ folgte die „Schirmfrau“, wie jedermann und jedefrau weiß, der Azubi bekam seine Azubine (nicht zu verwechseln mit der Konkubine) usw. Besondere Verdienste als Sprachpflegerin hat sich die Peinlichkeits-Katastro-Fee Claudia Roth erworben, als sie von den Sorgen der „kleinen Frau von der Straße“ sprach. Was, dachte ich, machen denn bloß so kleine Frauen auf der Straße – ist das nicht viel zu gefährlich? Ach, Claudia… Jetzt jedenfalls haben wir die Wahlhelfenden. Mein „WELT“-Kollege Ulli Kulke hat sich mit der Frage beschäftigt, ob es denn auch für den Begriff „Helfershelfer“ einen neuen Namen gibt – wären das denn die „Helfendenhelfenden“? Wie auch immer: Könnten mir die Wahlhelfenden vielleicht auch dabei helfen, wen ich wählen sollte? Mir fällt keine Partei ein. Nach all meinen Erfahrungen mit den großen Neppern, Schleppern, Stimmenfängern steht für mich fest: Wenn es die Parteien nicht gäbe, dürfte man sie nicht erfinden… (frei nach Balzac, der das über die Presse sagte). anzeigen_RAZ@laser-line.de DREI SÄTZE… … die auf keiner Beerdigung fehlen: „So sieht man sich wieder.“ „Vor einem Monat haben wir noch telefoniert.“ „Die Einschläge rücken immer näher.“ KURZ & UNINTERESSANT Klatsch und Tratsch in Schlagzeilen für alle jene, die sich die bunten Blätter nicht kaufen, aber dennoch mitreden wollen. --- Verrücktes Land: „Die Amigos“ sind in Deutschland erfolgreicher als Michael Jackson --- Wer würde für 90 Millionen „James Bond“ spielen? Daniel Craig macht es, obwohl er „endgültig“ ausgestiegen ist --- Nach 37 Jahren: Frau (heute Mitte 60) gibt an, von Roman Polanski als 16-Jährige sexuell missbraucht worden zu sein – längst verjährt --- Die große Katrin Sass: Ausgetrickst vom „Weißensee“-Regisseur? Rolle seiner Lebensgefährtin soll ausgebaut werden --- Sarah Wiener, nach Scheidung Zwangs-Single, ist wieder „neugierig“ auf andere… --- Legende mit 60: Harald Schmidt liebt das Trödeln und macht am liebsten gar nix --- Fußball-Ikone David Beckham bastelt für seinen Sohn ein Lego-Schloss aus 4000 Teilen --- Schauspielerin Eleonore Weisgerber ist jetzt 70 geworden und beklagt, dass die Kerle das Flirten verlernt haben --- Was wir ja alle wissen: Elvis lebt! So, das müsste reichen für diese Woche! UNKEL TOTAL MONDSÜCHTIG Hier hat Jörg Unkel, der Chef der „Hauptstadtfotografen“, antizyklisch gedacht und zeigt seine Aufnahme von der Mondfinsternis im September 2015. So „zappenduster“ – das hoffen wir ja alle – soll es bei Hertha NIE zugehen. Nach dem Start der Bundesliga möge der Mannschaft im Olympiastadion möglichst oft ein Licht aufgehen, wobei nicht die als Fans getarnten Brandterroristen aufgerufen sind.   Unkels Blick fürs Wesentliche hat ihn zu einem Star der Foto-Szene gemacht. Er ist bei großen Events und in der Werbeszene ein gefragter Mann. Auch bei Hochzeitspaaren. In dem vergangenen Wochenende hat er das private Glück von mehr als neun Paaren festgehalten. Unkel gut, alles gut! (www.hauptstadtfotografen.de) ZITAT I Thema: Lachend in den Tod „Auf einer Kreuzfahrt in Alaska artete ein Ehestreit aus: Ein Amerikaner aus Utah soll seine Frau umgebracht und versucht haben, die Leiche über Bord zu werfen – weil sie nicht aufhörte zu lachen.“ (Quelle: Focus.de) ZITAT II Thema: Angela als Programm der CDU „Die CDU hat sich programmatisch nicht allzu deutlich positioniert. Das gefällt den Menschen. Man weiß ja, dass sich Angela Merkel am Ende alles vorstellen kann. Deshalb braucht die Union auch kein Programm, denn die Kanzlerin entscheidet intuitiv, und wenn es ihr angebracht erscheint, die Produktionsmittel zu verstaatlichen und den Kirchenbesitz zu beschlagnahmen, dann wird sie das machen. Martin Schulz wird immer hektischer, fordert ständig irgendetwas und macht einen unzufriedenen Eindruck. So einen möchte man nicht unbedingt wählen.“ (Der Satiriker Hans Zippert in seiner „WELT“-Kolumne „Zippert zappt“, Auszüge) ZITAT III Thema: Schöne Altersarmut! „Fürsorge-Heimle für Lebensabend in Würde und Altersarmut…“ (Anzeige im „Wochenblatt Böblingen“) IN EIGENER SACHE Leser, die die Kolumne abonniert haben, sie dennoch mal nicht zugestellt bekommen, bitte gleich einen Hinweis schicken an bernd-philipp@gmx.de In letzter Zeit kommt es vereinzelt zu Übermittlungsausfällen durch den MailingListProvider.