Bernd Philipp Publizist und Philodoof
„Lebenslagen“- History Im März 1981 veröffentlichte ich meine Kolumne „Lebenslagen“ zum ersten Mal. Sie erschien jeden Sonntag in der Berliner Morgenpost und seit April 2012 auf meiner Homepage. Meine Kolumne ist damit wohl die älteste von einem einzigen Autor geschriebene Kolumne Deutschlands. Noch immer geht es um den ganz normalen Wahnsinn des Alltags. Um Liebe, Frust, Politik und Medien.
1890. Lebenslage vom 19.03.2017 Ein Arsch mit Ohren, aber ohne Benehmen: Wie Donald Trump immer eine große Würgung erzielt… Wir müssen was tun! Wir können nicht zulassen, dass unsere Comedians arbeitslos werden! Sie sind die wahren Opfer der Politik unserer Tage. Und das liegt einfach daran, dass die Realität einfach skurriler und komischer ist, als sich die beruflichen Lach-Lach-Experten ausdenken könnten. Der King of Comedy ist Donald Trump. Seine „Nein-ich-geb-dir-meine-Hand-nicht“- Nummer mit Angela Merkel im Oval Office muss ausgezeichnet werden mit der „Goldenen Kamera“. Wie hilflos und trotzig er neben unserer Angie wirkte, die ja nun auch nicht gerade ein Lachsack ist (oder muss man Lachsäckin sagen?) – das war schon eine große Nummer. Mister President, Sie sind eine saukomische Nummer. Europa hat Ihrem Land so viel zu verdanken: Charlie Chaplin, Buster Keaton, Dick & Doof, Mickymaus und Goofy, Bart Simpson – und jetzt erobern Sie die Herzen der Menschen. Und die Frauen träumen davon, dass Sie ihnen mal an die Wäsche gehen. Sie sind Amerikas „00Sex“. Nur Sie haben die Lizenz zum Schlüpperstürmen. Verblüffen Sie uns weiter. Vielleicht  mal als größter lebender Frauen-Handküsser der Welt. Sei ehrlich, Donald, du willst es doch auch. Der Handkuss stammt übrigens aus Polen (du als einer, der sich auskennt in der Welt, kennst ja Polen – großartige Stadt…). Der Handkuss setzte sich durch, als an den europäischen Königshöfen die Herren den Damen die Diamantringe vom Finger bissen. Wenn das nicht reizvoll wäre: Donald, der Herr der Ringe! Ich will mal so sagen: Noch immer ist mir völlig unklar, wie ein großes Volk eine derartige Knallschote zum Präsidenten wählen konnte? Man denkt ja manchmal: Schlimmer kann es nicht kommen. Aber dann zeigt uns die Gegenwart: Doch, doch – schlimmer geht immer! DORNRÖSCHEN ERWACHT… „Auf Dauer hilft nur Power!“ – das meint Silke Fischer. Sie ist Direktorin von „Märchenland“, Veranstalterin der „Berliner Märchentage“, Buchautorin und Kulturmanagerin. In ihrem eigenen Blog schreibt sie über „Superwomen, Schneewittchen und Sturmschwestern: http://märchenland.de/WP/category/sturmschwestern/ Von grünen Menschen und New York.  Als ich vor gefühlt 100 Jahren das erste Mal in New York war, hatte ich dort 16 Stunden Aufenthalt auf meinem Rückflug von Sao Paulo nach Berlin. Natürlich fuhr ich mit der Subway gleich nach Manhattan rein, denn wenn ich schon mal da war, wollte ich Guggenheim besuchen, im Central Park lustwandeln und bei Tiffany vorbeischauen.  Das erste, was mich auf der Straße förmlich niedertrampelte, waren lauter komplett grüne oder grün/weiß/orange gestreifte Menschen, die in einer schier endlosen Prozession mit viel Musik, viel Lärm und ziemlich feucht-fröhlichem Gebrüll die Straßen bevölkerten. Ich war verwirrt, was war das? Ich hatte schicke nervöse New Yorker erwartet, die hektisch in smarten Anzügen oder in adretten Kostümchen und High Heels Taxis zu ergattern versuchten.  Es war nicht mal möglich, die Straße zu überqueren! Ein ebenso verzweifelter New Yorker wie ich erklärte mir, dass das die Iren seien, die den St. Patrick‘s Day feiern. Als ich dann endlich weiter hetzen konnte – meine Zeit war schließlich sehr begrenzt – hat mir der gefeierte Heilige leider gar kein Glück gebracht: Guggenheim war wegen Renovierung geschlossen, der Central Park mit einem Zaun abgesperrt und bei Tiffany war alles so teuer, dass ich nichts kaufen konnte… und Audrey Hepburn hab ich dort auch nicht getroffen!  Na ja, aber dafür sind wenigstens die irischen Märchen sehr schön, und nachweislich gibt es in Irland beeindruckende Elfenvölker, von denen erzählt wird, dass sie “ihre Feste unter geräumigen Pilzen feiern, oder unter deren Schirmdach ruhen. Beim ersten Strahl der Morgensonne verschwinden sie wieder und es ist, als rausche ein Schwarm Bienen oder Mücken dahin.“  Seufz…  das versöhnt doch wieder… zumal am Freitag St. Patrick’s Day war! QUIZ AM SONNTAG Frage: „Was ist der Unterschied zwischen einem protestantischen und einem katholischen Pfarrershaushalt?“ Antwort:  „In einem protestantischen Pfarrershaushalt wachsen die Kinder daheim auf.“ (Meine Sozialpartnerin Susi Super immer bedacht, keinem weh zu tun – distanziert sich von diesem Witz, der aber leider überhaupt keiner ist. Aber ich räume ein: Auch in katholischen Priesterhaushalten wachsen Kinder auf, allerdings nicht daheim, sondern – „da, in einem Heim!“ Es gibt sogar Schulen und Internate für die Sprösslinge von Priestern, die es mit dem Zölibat nicht so genau genommen haben. Nach 900 Jahren sollte der Vatikan vielleicht mal nachdenken, zumal der Klerus Nachwuchsprobleme bei Priestern beklagt. Warum wohl?) ZITAT I Thema: Der Schlaf, das unbekannte Wesen… „Immer mehr Deutsche schlafen immer weniger. Schlafstörungen sind die neue Volkskrankheit. Was ist der Grund? Ist es das notorisch schlechte Gewissen, das die Deutschen ununterbrochen plagt? Weil sie nicht genug Müll getrennt und zu wenig Gemüse gegessen haben, zu viel Dieselautos gefahren sind und Geräte gekauft haben, die mit Kinderarbeit hergestellt wurden? Britische Wissenschaftler haben festgestellt, dass die Arbeit Hauptursachen für die Schlafstörungen sind. Millionen Menschen können während der Arbeit kaum oder gar nicht schlafen. Ständig werden sie von Vorgesetzten der Kunden unter fadenscheinigen Vorwänden geweckt… (Der Satiriker Hans Zippert in seiner „WELT“-Kolumne „Zippert zappt“). ZITAT II Thema: Wenn der Politiker zweimal klingelt „Lieber ein Haus im Grünen als einen Grünen im Haus…“ (Lutz van der Horst in der ZDF-„heute-show“ über den verzweifelten und wenig erfolgreichen Versuch der in der Wählergunst abgerutschten Grünen, mit Hausbesuchen auf Stimmenfang zu gehen)