Bernd Philipp Publizist und Philodoof
1920. Lebenslage vom 22.10.2017 Wie mich mein Arzt plötzlich zum „kleinen Mann von der Straße“ machte… Zu den klassischen Worthülsen aus dem Politiker-Sabbelsurium gehört die Redewendung vom „kleinen Mann von der Straße“. Wer ist damit eigentlich gemeint? Diese bange Frage habe ich mir kürzlich gestellt, als der Arzt mich nach meiner Körpergröße fragte. Ich antwortete: „1,82 m!“ Der Arzt wollte das nicht glauben und stellte mich an die Wand, also zum Nachmessen. Ergebnis: 1,79 m! „Das ist ganz normal“, tröstete mich der Doktor (vom Typ her eher ein Erdnuckel), „mit zunehmendem Alter werden wir alle etwas kleiner, weil die Bandscheibe sich eben abnutzt.“ Nun kam ich ins Grübeln: Bin ich jetzt auch ein kleiner Mann von der Straße, um den sich die Politik verstärkt kümmern will? Habe ich dadurch Vorteile? Und warum bin ich als kleiner Mann eigentlich „von der Straße“? Ich bin doch viel lieber zu Hause, weil man auf der Straße ständig angebettelt wird und sich auf dem Bürgersteig in acht nehmen muss vor Radfahrern, die sich alle für bessere Menschen halten. Warum gibt es eigentlich keine „kleine Frau von der Straße“? Das klingt, zugegeben, lächerlich und wurde meines Wissens nur einmal von einer Vollblutpolitikerin ins Spiel gebracht. Sie ahnen es sicher: Ja, von Claudia Roth. Diese Rächerin der Entnervten mit dem einzigartigen Claudia-Roth-Betroffenheits-Gesicht hat uns ja schon so manchen Sprachrülpser beschert. Und was ist eigentlich geworden aus dem „Otto Normalverbraucher“? Von dem hört man so gar nichts mehr. Vermutlich haben ihn Sprachfeministinnen auf den Index gesetzt, weil sich partout keine weibliche Entsprechung finden ließ. „Ottilie Normalverbraucherin“ wäre doch eine hübsche Variante, finde ich. Oder noch besser: „Die kleine Ottilie Normalverbraucherin von der Straße“! Aus Politikermund hören wir zuweilen auch die Formulierung von den „Menschen da draußen“. Wo, bitte, ist denn „da draußen“? Vermutlich sind das all jene armen Schweine, die nicht im Bundestag sitzen. Ich fürchte: Im Grunde bin ich doch ein kleines Schwein da draußen von der Straße… anzeigen_RAZ@laser-line.de KURZ & UNINTERESSANT Klatsch und Tratsch in Schlagzeilen für all jene, die sich die bunten Blättchen nicht kaufen, aber dennoch mitreden wollen. --- Prinz Andrew will seine „Fergie“ wieder heiraten (Hof scheint einverstanden) --- Sex-Affäre Weinstein: Der Mann, der den Skandal aufdeckte, ist der Journalist Ronan Farrow, Sohn von Mia Farrow und Woody Allen oder (!!!) Frank Sinatra… --- Schlechte Nachricht von der „Tagesschau“: Judith Rakers` Ehe-Aus nach acht Jahren --- Familien-Bande: Roberto Blanco nennt seine Tochter Patrizia „asozial“ --- DSDS: H.P. Baxxter erfuhr von seinem Rauswurf aus „BILD“ --- Harry Wijnvoord (68) ist wieder Single. Zum Abschied schnitt ihm die Friseurin Kiki die Haare… --- Muriel Baumeister (45): „Ich bin glücklich geschieden!“ Mit Männern kommt sie nur auf Distanz klar. Neue Ehe? „Never!“ --- Die „Katze“ jetzt als Zeitschrift: Daniela Katzenberger („Sei schlau, stell dich dumm“) surft im Promi-Meer --- Queen zu geizig? Von 40 Köchen im Buckingham Palace haben sieben gekündigt wegen schlechter Bezahlung --- Bill Ramsey (86, „Pigalle“) träumt davon, mit Lady Gaga zu singen --- So, das müsste reichen für diese Woche! UNKEL-STUND HAT GOLD IM MUND Zuweilen hat er ja wirklich eigenartige Ideen, der Jörg Unkel! Geht an einem Sommertag morgens um halb sieben in den Berliner Dom, unkelseelenallein. Keine Touristen da, und selbst die Heiligen schlummern noch… Der Chef des Fotolabels „Die Hauptstadtfotografen“ ist gerade auf Mallorca. Er und die Hochzeits-Event- Managerin Sabrina Rucks gucken sich neue Locations aus. Auch auf Malle wird geheiratet wie irre. Und selbst da unkelt man sich zu: „Nicht ohne Jörg!“ www.hauptstadtfotografen.de Jörg Unkel Foto: Die Hauptstadtfotografen ZITAT I Thema: Wirres aus Itzehoe „In der Nacht zu Dienstag hat eine Itzehoer Streife einen Mann aus dem Verkehr gezogen, der unter Drogeneinfluss stehend am Steuer seines Autos saß.“ (Aus „Hohlspiegel“/Pressespiegel.de) ZITAT II Thema: Martin Schulz und der muslimische Feiertag  „Ein reizvolles Projekt, mit dem sich die SPD in den vor ihr liegenden acht bis zwölf Oppositionsjahren intensiv beschäftigen könnte. Es ist unklar, welcher Feiertag in Frage käme. Vielleicht feiern wir das islamische Neujahrsfest, das der Bundeskanzlerin die Möglichkeit gäbe, eine zweite Silvesteransprache zu halten. Oder auch Mevlid Kandili, den Geburtstag des Propheten Mohammed, mit dem sich Martin Schulz als Bartträger besonders verbunden fühlt.“ (Der Satiriker Hans Zippert in seiner „WELT“-Kolumne „Zippert zappt“, Auszüge) ZITAT III Thema: Dienstkleidung „Fast alle Polizisten sind schon blau.“ (Aus: Westfalen-Blatt) GAAANZ GEHEIM Neben den offiziellen „Jamaika“-Verhandlungen, die am Mittwoch begonnen haben, gibt es noch eine ganze Reihe von Konsultationsgesprächen, die aber nicht an die Öffentlichkeit dringen sollen. Hier nur ein paar: FDP-Lindner mit Putin. Seehofer mit Trump und dem Papst. Özdemir (Grüne) mit Erdogan. Merkel mit VW, Daimler Benz und BMW. SPD-Schulz mit Carsten Maschmeyer (ERGO). Dobrindt wg. Jobsuche mit Gerhard Schröder (russ. Ölkonzern Rosneft). Grüne Katrin Göring-Eckardt mit dem Dalai Lama. „Nichts ist unmöööglich“